Der Verein für Zeitgeschichte mit dem Sitz in Braunau am Inn wurde 1993 gegründet.
Seine Aufgabe sieht er in der Förderung des Geschichtsbewußtseins durch die Organisation von eigenen Veranstaltungen und durch die Mitwirkung bei Veranstaltungen, die ähnlichen Zwecken dienen.

Die gesamte Tätigkeit des Vereins wird vom Vorstand geleitet, dem auch Vertreter politischer Parteien im Gemeinderat von Braunau angehören.

 

26. Braunauer Zeitgeschichte-Tage

„Religion und Moderne“

Freitag 22. September 2017, 19.30 Uhr, bis Sonntag 24. September 2017 mittags

GUGG Kulturhaus der Stadt Braunau, Palmstr. 4, 5280 Braunau

Eintritt frei

Die heurigen Braunauer Zeitgeschichte-Tage beschäftigen sich mit der Rolle von Religion(en) in der gegenwärtigen modernen Gesellschaft. Das Prinzip der „Säkularität“, in welchem sich das heutige Selbstverständnis jedenfalls in „westlich“ orientierten Staaten ausdrückt, hat sich (erst) nach und nach im Zuge der "Aufklärung" des 18. Jahrhunderts entwickelt. Im säkularen Staatsgefüge gilt: Neutralität des Staates gegenüber allen Religionsgemeinschaften, gleicher Abstand zu allen religiösen Gruppierungen und Respektierung ihrer inneren Autonomie. Gleichzeitig – nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit – bestimmen diese Regeln den Verzicht und das Verbot für religiöse Meinungsbildner auf direkte politische Einflussnahme. Dieses Konzept öffnete die Entwicklung zu den pluralistisch orientierten Welten der westlichen Moderne, in denen mehr und mehr Menschen inmitten konkurrierender Überzeugungen, Werte und Lebensstile leben wollten und durften. Nach diesem langen, wenngleich nicht kontinuierlichen Prozess hin zu einer friedlichen Koexistenz zwischen Religion und Politik in Europa zeichnet sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine gegenläufige Entwicklung ab: Unter dem Eindruck der neuen multikulturellen Realitäten werden in Europa Grundsätze des säkularen Staates zunehmend in Frage gestellt und auch missachtet. Angesichts der zunehmenden politischen Instrumentalisierung der Religionsfrage werden einerseits die Dialoge zwischen den Religionen und andererseits jene zwischen den staatlich gestaltenden und den religiösen Kräften Momente von zentraler Bedeutung und Herausforderung sein, wenn es um die Sicherung des sozialen Friedens und der politischen Stabilität in Europa geht.

Dieses weite Spannungsfeld werden die ReferentInnen der diesjährigen Zeitgeschichte-Tage über seine Entwicklungslinien verfolgen, Ist-Zustände beschreiben und Ausblicksvarianten vorzeichnen.

Parallel zur Tagung ist eine Ausstellung in der Gugg-Galerie gestaltet.

Im Rahmen der Tagung wird der Egon Ranshofen-Wertheimer – Preis 2017 an Botschafter a. D. Dr. Paul Leifer vergeben, der 1973 nach dem Militärputsch in Chile zahlreiche politisch Verfolgte in der österreichischen Botschaft aufnahm und ihnen die Ausreise nach Österreich und damit die Rettung ermöglichte.

Kontakt: Mag. Florian Kotanko
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Mobil +43 664 5827010
www.zeitgeschichte-braunau.at