Zeitgeschichte-Tage
Aus der Geschichte lernen: Workshops für Schulen ausgeweitet
Was erzählen Biografien aus der NS-Zeit über die Gegenwart? Welche Spuren der Vergangenheit finden sich in unserer Region? Aufgrund der großen Nachfrage wird das Workshop-Angebot der Zeitgeschichte-Tage Braunau im September 2026 deutlich erweitert.
Auch 2026 bieten die Zeitgeschichte-Tage Lehrkräften aus Braunau und Umgebung die Möglichkeit, mit ihren Klassen an kostenlosen Schulworkshops teilzunehmen. Von Montag, 21. September bis Mittwoch, 23. September 2026 setzen sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Vermittlerinnen des Hauses der Geschichte Österreich mit Fragen der Zeitgeschichte und Erinnerungskultur auseinander.
Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr wird das Angebot 2026 erweitert: Neben Workshops im Bezirksmuseum Herzogsburg finden auch Angebote direkt an Schulen im Bezirk Braunau sowie in Simbach statt.
Die Workshops laden dazu ein, Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, eigene Fragen zu entwickeln und sich aktiv mit Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen.
Erstmals besteht zudem die Möglichkeit, Ergebnisse aus den Workshops im Rahmen der Zeitgeschichte-Tage sowie in einer Web-Ausstellung des Hauses der Geschichte Österreich zu präsentieren.
Die Teilnahme ist kostenlos. Da nur ein begrenztes Kontingent an Workshop-Terminen zur Verfügung steht, bitten wir interessierte Lehrkräfte, ihre Klassen möglichst frühzeitig anzumelden. Anmeldeschluss ist der 16. September 2026.
Zwei Workshop-Reihen
Zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Workshop-Reihen: Während sich Workshop 1 an ältere Schülerinnen und Schüler richtet und den Umgang mit der NS-Vergangenheit anhand regionaler Biografien thematisiert, beschäftigt sich Workshop 2 mit Erinnerungskultur im öffentlichen Raum, Denkmälern und der Frage, wer und was erinnert wird und richtet sich an Schüler:innen ab der 5. Schulstufe.
Workshop 1 (empfohlen ab 8. Schulstufe):
Stadt- und Lebensgeschichten erinnern und weiterdenken. Über die Gegenwart der NS-Vergangenheit und was das mit uns zu tun hat
Im Mittelpunkt des Workshops stehen Braunauer:innen, deren Lebensgeschichten auf vielfältige Weise mit dem Nationalsozialismus verbunden sind.
Der Fokus liegt auf den individuellen Entscheidungs- und Handlungsspielräumen von Verfolgten, Mitläufer:innen, Täter:innen und Widerstandskämpfer:innen sowie auf den Themen Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung, Vertreibung und Flucht. Auch passiver und aktiver Widerstand, stilles Profitieren und Täter:innenschaft werden thematisiert.
Dabei wird die im Bezirksmuseum Herzogsburg laufende Ausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“ in den Workshop miteinbezogen.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist der Umgang mit dieser Zeit nach 1945 bis in die Gegenwart. Welche Verantwortung ergibt sich dabei für die Zukunft?
Der Workshop umfasst Gruppenarbeiten und Diskussionen im Bezirksmuseum Herzogsburg sowie im öffentlichen Raum.
Wer: Das Angebot richtet sich an Schüler:innen aller Schulen ab der 8. Schulstufe aus Braunau, Simbach und dem Bezirk Braunau. Geleitet wird er von Isabella Burtscher und Antonia Plessing, Geschichtsvermittler:innen im Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ).
Der Workshop setzt voraus, dass die Teilnehmenden das Thema Nationalsozialismus bereits im Unterricht behandelt haben.
Wann: Montag, 21. bis Mittwoch, 23. September 2026, Beginnzeit zwischen ca. 9 und 14 Uhr, genauer Termin nach Absprache.
Wo: Bezirksmuseum Herzogsburg Braunau, Altstadt 10.
Dauer: 2 Stunden
Präsentation: Die Ergebnisse können im Rahmen der Zeitgeschichte-Tage Braunau am Freitag, 25. und Samstag, 26. September sowie in einer Web-Ausstellung des Hauses der Geschichte Österreich präsentiert werden.
Kontakt: Mag. Antonia Plessing, MA, antonia_plessing@hotmail.com
Workshop 2 (empfohlen ab 5. Schulstufe):
Wessen Erinnerung? Workshop zu Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein
Welche Geschichten über welche Personen sind bekannt? Wessen Geschichte wird in der Schule, in der Familie oder im öffentlichen Raum erzählt? Und welche Held:innen werden erwähnt und warum?
In diesem Workshop setzen wir uns mit der Frage auseinander, wessen Geschichten sichtbar und hörbar sind und wer darüber entscheidet, was erinnerungswürdig ist. Anhand von Denkmälern, Mahnsteinen und Straßennamen in der eigenen Umgebung untersuchen wir, welche Personen und Ereignisse im öffentlichen Raum erinnert werden und welche Bedeutung diese Erinnerungszeichen heute haben.
Dabei reflektieren wir auch den Zusammenhang zwischen persönlichen Erfahrungen und der "großen" Geschichte.
Zum Abschluss entwickeln die Teilnehmenden eigene Denkmalentwürfe, die bei den Zeitgeschichte-Tagen Braunau sowie in einer Web-Ausstellung des Hauses der Geschichte Österreich präsentiert werden.
Wer: Der Workshop richtet sich an Schüler:innen aller Schulen ab der 5. Schulstufe im Bezirk Braunau sowie in Simbach. Geleitet wird er von Isabella Burtscher und Antonia Plessing.
Die Teilnahme setzt keine besonderen Vorkenntnisse voraus.
Wann: Montag, 21. bis Mittwoch, 23. September 2026, Beginnzeit zwischen ca. 9 und 14 Uhr, genauer Termin nach Absprache.
Wo: In der eigenen Schule
Dauer: 3 Stunden
Präsentation: Die Ergebnisse können im Rahmen der Zeitgeschichte-Tage Braunau am Freitag, 25. und Samstag, 26. September sowie in einer Web-Ausstellung des Hauses der Geschichte Österreich präsentiert werden.
Kontakt: Mag. Antonia Plessing, MA, antonia_plessing@hotmail.com
Die Erweiterung des Workshop-Programms wird durch eine Förderung der LEADER-Region Oberes Innviertel-Mattigtal ermöglicht.
Erst damit können der Verein für Zeitgeschichte Braunau und die Vermittlerinnen aus dem Haus der Geschichte Österreich ihr Angebot für Schulen ausbauen und erstmals auch Workshops direkt an Bildungseinrichtungen in der Region anbieten.
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