Zeitgeschichte-Tage 2026
Ausstellung "Hitlers Exekutive" in Braunau
Bis 23. Oktober 2026 ist eine außergewöhnliche zeithistorische Ausstellung zur Geschichte der Polizei in Braunau zu sehen. Der Verein für Zeitgeschichte lädt herzlich zum Besuch im Bezirksmuseum Herzogsburg ein. Der Eintritt ist frei.
Die Wanderausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“ wurde am 18. September in Braunau eröffnet. Sie ist noch bis 23. Oktober 2026 im Bezirksmuseum Herzogsburg zu sehen.
Den Auftakt bildete ein Publikumsgespräch im Raiffeisen-Dienstleistungszentrum Braunau. Josef Knauseder, Leiter der Raiffeisenbank Region Braunau,eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Gäste.
Anschließend diskutierten Barbara Stelzl-Marx, Historikerin und wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung, Eva-Marina Strauß vom Bundesministerium für Inneres und Florian Schwanninger, Leiter des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim, über die Rolle der österreichischen Polizei während des Nationalsozialismus und den Umgang der Polizei mit ihrer NS-Vergangenheit.
Die Diskussion stieß auf reges Interesse beim Publikum. Wir bedanken uns bei allen Besucherinnen und Besuchern für die engagierte Teilnahme und die zahlreichen Wortmeldungen.
Danach führte ein gemeinsamer Spaziergang durch die Salzburger Vorstadt zum Bezirksmuseum Herzogsburg. Dort eröffnete Bürgermeister Johannes Waidbacher die Ausstellung. Martina Zerovnik, Projektleiterin und Kuratorin, führte in Konzeption und Inhalte der Ausstellung ein.
Ausstellung und Öffnungszeiten
Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus
Ort:
Bezirksmuseum Herzogsburg
Altstadt 10, Braunau am Inn
Ausstellungsdauer:
18. September bis 23. Oktober 2026
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, jeweils von 13:30 bis 17:00 Uhr
Zusätzliche Sonntagsöffnungen:
20. und 27. September sowie 4., 11. und 18. Oktober, jeweils von 13:30 bis 17:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Die österreichische Polizei im Nationalsozialismus
Welche Rolle spielten österreichische Polizisten und Gendarmen während der NS-Herrschaft? Wer beteiligte sich an Verfolgung und Gewalt, wer leistete Widerstand – und welche personellen und institutionellen Kontinuitäten bestanden nach 1945 fort? Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde innerhalb von Polizei und Gendarmerie vor allem jener gedacht, die selbst Opfer des Nationalsozialismus geworden waren. Die Beteiligung österreichischer Exekutivbeamter an Verfolgung, Gewalt und Massenverbrechen blieb hingegen lange Zeit weitgehend unaufgearbeitet.
Heute ist bekannt, dass die Polizei eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung und Aufrechterhaltung der nationalsozialistischen Herrschaft spielte. Die nationalsozialistische Vorstellung von „Ordnung und Sicherheit“ beruhte auf Überwachung, Unterdrückung und Terror.
Polizei und Gendarmerie verfolgten, inhaftierten und töteten Menschen, die das Regime als Gegner betrachtete. Verfolgt wurden auch Angehörige der eigenen Reihen, wenn sie anderen politischen Lagern angehörten, Widerstand leisteten oder Menschen in Gefahr unterstützten.
Polizisten und Gendarmen waren zudem maßgeblich an der Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden beteiligt. Viele von ihnen wurden nach dem Ende der NS-Herrschaft für ihre Taten nicht oder nur unzureichend zur Verantwortung gezogen.
Die Ausstellung gibt einen Überblick über Organisation, Aufgaben und ideologische Ausrichtung der österreichischen Exekutive im Nationalsozialismus und nimmt zugleich die Entwicklungen vor 1938 und nach 1945 in den Blick.
Anhand zahlreicher Biografien zeigt sie unterschiedliche Schicksale, Handlungsspielräume und Verhaltensweisen österreichischer Polizisten und Gendarmen – von Widerstand und Hilfeleistung bis hin zu Verfolgung, Gewalt und Mord.
Umfangreiches Forschungsprojekt
Die Ausstellung entstand im Rahmen des Forschungsprojekts "Die Polizei in Österreich. Brüche und Kontinuitäten 1938–1945", initiiert vom Bundesministerium für Inneres und durchgeführt an der Universität Graz und dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung. Kooperationspartner sind das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und das Mauthausen Memorial.

Der Verein für Zeitgeschichte Braunau bedankt sich beim Zukunftsfonds der Republik Österreich, dem Bundesministerium für Inneres, der Landespolizeidirektion Oberösterreich, bei der Raiffeisenbank Braunau sowie der Stadtgemeinde Braunau am Inn für die Unterstützung der Veranstaltung.
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Alle Infos zur Ausstellung (pdf)
Ausstellungsplakat "Hitlers Exekutive (jpg)
Impressionen von der Ausstellung "Hitlers Exekutive":